Austausch und Weiterbildung mit französischen Schülern

GruppenfotokleinParis14Vom 08.04. bis 12.04. 2014 besuchten wir mit 11 Schüler und 3 Fachlehrern der Peter-Lenné-Schule in Berlin die französische Haupstadt und unsere Partnerschule TECOMAH. Eine Fachexkursion, die uns lange in sehr angenehmer Erinnerung bleiben wird...

Der 1. Tag
Nach Ankunft am Flughafen „Charles-de-Gaulle" nahmen wir die Regionalbahn nach Bures-sur-Yvette, wo wir unsere Zimmer bezogen. Am Nachmittag fuhren wir zur Bibliothek François Mitterrand, um uns den Innenhof mit dem dort hin verpflanzten Wald anzusehen.
Im Anschluss besuchten wir den Parc de Bercy. Der 14 Hektar große Park entstand zwischen 1993 und 1997 in Bercy, im Osten von Paris, direkt an der Seine. Hier war im 19. Jahrhundert einer der größten Weinmärkte der Welt. Bewusst hat man in diesem sehr vielgestaltigen Park „Zeugen" aus historischer Zeit wie einige alte Weinkeller belassen. Sie fügen sich in eine sehr abwechslungsreiche Parkanlage ein, die sowohl interessante Pflanzungen, kleine Ruheplätze aber auch eine Skateranlage für Jugendliche umfasst.

1Jouy   2Metrofahrt   3Wald
 Unsere Unterkunft für fünf Nächte   Auch erfahrene "U-Bahnfahrer" müssen sich orientieren   Bibliotheque Francois Mitterrand - ein "pflanzliches" Experiment

Der 2. Tag
Besuch im Schlosspark von Vaux-le-Vicomte. Auch für unsere französischen Partnerschüler ist der Garten ein wichtiges Exkursionsziel. Denn er gilt als erster Barockgarten Europas. Ohne Vaux-le-Vicomte hätte es Versailles vermutlich in seiner Pracht nicht gegeben. Erst die Eifersucht Ludwig der XIV. gab die Motivation zum Bau eines noch prächtigeren Schlosses und Gartens. Antoine, ein junger französischer Lehrer, hat uns die Gestaltungsgrundsätze von Vaux-le-Vicomte interessant erklärt. Durch den Vergleich mit einer kleine Handskizze, die jeder von uns am Anfang seiner Führung anfertigen sollte, wurden uns nach und nach die optischen Gestaltungstricks in der Gartenanlage veranschaulicht. Auffallend sind die klaren Sichtachsen, die sich vom Schloss durch die Anlage ziehen. Und doch hielt der Rundgang durch den Garten immer wieder Überraschungen bereit. Die zahlreichen Wasserspiele des Gartens sind noch im Originalzustand und werden aus einem Regenwasserbassin durch reine Schwerkraft betrieben.

4SchlossVaux   5Zeichnen   6WasserspielVaux
Schloss Vaux-le-Vicomte   Unterricht im Schlossgarten -
wer hat den besten Plan?
 

Eines der vielen Wasserspiele -
sehr royal

Der 3. Tag
Am Mittwoch besuchten wir die Partnerschule in Jouy-en-Josas. Am Vormittag besichtigten wir den Schulgarten von TECOMAH und lernten zwei, in Frankreich neue Gartentrends, kennen, den Obstgarten mit artenreicher Wiese und den sich (fast) selbst überlassenen Naturgarten mit einer hohen Biodiversität. Am Nachmittag hielten wir Vorträge vor Schülern der Gartenbauklassen, gefolgt von intensiver und angeregter Seminararbeit zusammen mit den französischen Schülerinnen und Schülern. Anschließend nahmen wir am Unterricht teil, wo wir sehr viel über das französische Schul- und Ausbildungssystem lernten.

7vortrag   8Picknick   9unterricht
Vorträge zum deutschen Schulsystem   Beim Picknick lassen sich die besten
Kontakte knüpfen -
ein sprachlicher Mischmasch
  Seminararbeit

Der 4. Tag
Am Donnerstag fuhren wir endlich nach Versailles. Am Vormittag unternahmen wir einen Streifzug durch die Stadt. Anschließend hatten wir gemeinsam mit französischen Schülerinnen eine Führung durch den Gemüsegarten des Königs, den Potager du Roi. Dort werden die Kulturtechniken und viele alte Obst- und Gemüsesorten aus der Zeit des Barock und nachfolgender Epochen bis heute bewahrt. Am Nachmittag führte uns einer der leitenden Gärtner durch den Schlosspark von Versailles. Er erklärte uns wie es gelingt mit nur 20 Gärtnern und 30 Saisonkräften die meistbesuchte Gartenanlage der Welt zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dabei sind die meisten Gärtner „Allrounder" so dass sie jederzeit alle Arbeiten ausführen können. Wir sahen Gartenräume und Wasserspielanlagen aus vier Jahrhunderten: z.B. den „bosquet de la salle de bal", den „bosquet des trois fontaines" oder den „bosquet des bains d'Apollon". Ausführlich wurden uns die Teile des Gartens erläutert und unsere Fragen geduldig und informativ beantwortet. Als große fachliche Besonderheit durften wir die Orangerie besichtigen und sind in einige Geheimnisse der traditionellen Gartenkultur eingeweiht worden. Anschließend konnten wir selbständig mit französischen Schülerinnen und Schülern den „Grand Canal", die „Domaine" Marie-Antoinettes und das „Grand Trianon" besichtigen.
Am Abend trafen wir wieder in Jouy-en-Josas ein. Die Partnerschule TECOMAH lud uns zu einem vorzüglichen Dinner ein. Die Auszubildenden der Gastronomie kochten für uns ein französisches 5-Gänge-Menü und bewirteten uns in englischer Sprache.

10   11Versailles   12Dinner

Im Küchengarten -
Spalier in allen (!) Formen

  Führung im "Salle de bal " -
da darf nicht jeder rein!
  Danke für das tolle Menü!

Schloss Versailles
Das Schloss Versailles in der gleichnamigen Nachbarstadt von Paris ist eine der größten Palastanlagen Europas. Es war von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der französischen Revolution die Hauptresidenz der Könige von Frankreich. Der Barockbau, dessen größte Ausdehnung mehr als einen halben Kilometer beträgt, gilt als ein Höhepunkt europäischer Palastarchitektur. Er diente vom 17. bis zum 19. Jahrhundert als Vorbild für zahlreiche weitere Schlossbauten auch in Deutschland. Das ursprüngliche Jagdschloss von König Ludwig XIII., wurde ab 1661 unter Ludwig XIV. durch Louis le Vax, François d'Orbay, Jules Hardouin-Mansart und Robert de Cotte in mehreren Phasen um- und ausgebaut. Die Innenausstattung schuf Charles le Brun. Die berühmten Gartenanlagen stammen von André Le Nôtre. In seiner Zeit als Residenz war der Palast fast durchgehend von einem mehrere tausend Personen umfassenden Hofstaat bewohnt und bildete das kulturelle und politische Zentrum Frankreichs

Der 5. Tag
Am Freitag besuchten wir ein Stadtentwicklungsprojekt im Pariser Nordwesten. Der Park Clichy-Batignolles - Martin Luther King ist ein Teil davon und ein Beispiel dafür wie man auf ehemaligen Industrieflächen ähnlich wie in Berlin neue Wohn- und Grünanlagen zu entwickeln. Es folgten Besuche im Parc André-Citroën und den Friedhof Pêre Lachaise. Im Jardin des Tuileries am Grand Bassin Round ließen wir den Tag ausklingen.

Der 6. Tag
Am Samstag, dem letzten Tag unserer Reise machten wir Station im Jardin du Luxembourg, im Garten der „Fondation Cartier" und im Garten vom Museum „Quai Branly". Zum Abschluss bestiegen wir noch vom Square Louise Michel aus Sacré-Cœur. Übervoll von Eindrücken ging es dann leider schon wieder zurück nach Berlin.

An dieser Stelle wollen wir auch unseren Gastgebern (Schülern und Lehrern) für ein hervorragendes Programm und ihre große Gastfreundschaft „danke" sagen. Unser ganz besonderer Dank gilt dem „Deutsch-französischen Jugendwerk", das diesen Austausch durch seine starke Unterstützung erst ermöglicht hat und uns Frankreich menschlich und fachlich ein großes Stück näher gebracht hat...

Michael Käthner und Thomas Ludwig, Dr. Ralf Heldmann, Kathrin Gilberg (Fotos)