Exkursion der Klasse BOS 213 an die Humboldt-Universität

zineg-s„Wie Tomaten die Welt verbessern können″

Worum geht's? Schon seit längerem beschäftigt sich die Industrie mit der Nutzung erneuerbarer Energien. Wieso dann nicht auch in der industriellen Agrarwirtschaft? Zum einen können neue technische Verfahren den Gärtnern eine Menge Geld ersparen und zum anderen die Umwelt schonen.

Das Verbundprojekt ZINEG – Zukunftsinitiative Niedrigenergiegewächshaus – befasst sich genau mit diesem Thema und untersucht in fünfjähriger Forschungszeit dazu, wie Gewächshäuser in Zukunft auf emissionsfreiere, günstigere und ertragsreichere Art fungieren könnten.

Besser als nur darüber zur reden, ist es natürlich, sich vor Ort einen Einblick zu verschaffen. So haben wir (Klasse BOS 213) uns einen Termin zur Besichtigung am 12.09.12 vereinbart.

zineg-1sLos geht's. Unsere Klasse trifft sich auf dem Versuchsgelände der Humboldt-Universität in Dahlem, welche die Fachgebiete Biosystemtechnik und Ökonomik vereint. Der Projektleiter, Prof. Dr. Uwe Schmidt, erzählt uns zuerst einiges über den Hintergrund dieses Projektes, bevor wir eines der beiden Gewächshäuser betreten. Aus dem Unterrichtsfach Agrarwirtschaft mit Frau Bokelmann als Lehrerin haben wir schon gute Vorkenntnisse, starten also nicht ganz ahnungslos die Besichtigung.

Das Versuchsgelände besteht aus einem Kollektor- und einem herkömmlichen Gewächshaus, welche zusammen rund 300 m² Fläche besitzen. Das konventionelle Gewächshaus dient als Vergleichsobjekt. In ihnen werden Tomaten als Versuchspflanzen über mehrere Generationen kultiviert, um so Ertragszuwächse anschaulich zu machen.

Im Gegensatz zu normalen Gewächshäusern bieten die ZINEG-Gewächshäuser effektive Vorrichtungen, um besonders energieeffizient zu haushalten. Besonderer Wert wird dabei auf die Wärmenutzung gelegt, da fossile Brennstoffe geschont und Geld gespart werden soll.

Um besonders wenig Wärme an die Umwelt abzugeben, wird stark auf die Wärmedämmung des Hauses gesetzt. Die Seitenwände sind doppelt verglast und unter der Glasdecke befinden sich zwei Energieschirme, mit denen rund 50 % der Energieverluste eingespart werden. Diese sind so konzipiert, dass der obere Tagesschirm eine Luftschichtisolierung bildet, sobald er ausgefahren wird, aber trotzdem das nötige Licht zur Fotosynthese hindurch lässt. Ein wenig tiefer hängt der silbrig-farbene Nachtschirm (Aluminiumstreifen), der eine zweite Luftschichtisolierung gewährleistet, die Strahlung besonders gut reflektiert und somit die Wärme hält.

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Normal sind 350 ppm CO2, hier kann er auf bis zu 1000 ppm ansteigen, da nicht gelüftet wird. Daher kann bis zu 20 % mehr Ertrag erzielt werden. Vielleicht sind die Tomatenpflanzen ja deswegen meterlang :). Innovativ ist auch das Rippenrohrsystem an der Decke des Hauses. An ihm wird Wasserdampf kondensiert, weshalb sich die Rohre aufheizen. Die dadurch gewonnene Wärme wird in isolierten Wassertanks gespeichert und kann in kalten Jahreszeiten wieder mithilfe eine Wärmetauschpumpe an das Haus abgegeben werden. Zum einen wird so enorm Geld für Heizkosten gespart und zum anderen die Umwelt geschont.

zineg-4sBeeindruckend zu sehen war auch das Kontrollsystem, welches die Zufuhr von Nährstoffen und Energie misst. Dieses hat Prof. Dr. Uwe Schmidt selbst programmiert.

So kann über den Computer jedes Detail über das Vorgehen im Kollektorhaus sekundengenau überprüft und auch gesteuert werden. Auch berechnet der Computer, welche optimale Zusammensetzung an Nährstofflösung den Tomaten zugeführt werden muss, mischt diese vollautomatisch und führt sie ihnen schließlich zu. Eine starke Leistung, so etwas komplett selbst zu entwickeln. Nun ist noch bis 2014 abzuwarten, wie genau das Projekt ausgeht. Mithilfe der Daten aus der Tomatenkultivierung, können in Zukunft vielleicht weltweit Kollektorgewächshäuser zum Standard werden und somit die Umwelt schonen.

Alles in allem, war der Ausflug ein sehr gelungener und es ist jedem zu empfehlen, diese Anlage einmal selber zu besuchen.

Ein herzliches Dankeschön im Namen der Klasse BOS213 für die tolle Tour durch die Gewächshäuser und das uns so viel Zeit geopfert wurde geht an Professor Uwe Schmidt, der uns interessante Details und Informationen gegeben hat.

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