„In 80 Gärten um die Welt”

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Studienfahrt der Fachschulklasse FT11L zum Gelände der Internationalen Gartenschau Hamburg 2013

Am Mittwoch ging es um halb acht für die Studierenden des Techniker-Lehrgangs von der Schule aus mit dem Bus Richtung ZOB. Dort stiegen die Mitglieder der Vereinigung Gartenbauschule Berlin e. V. zu, unter ihnen auch unser Organisator Herr Arnold Ulken. Von dort machten wir uns auf den Weg nach Hamburg zum Gelände der igs 2013 (Internationale Gartenschau Hamburg).

Um zwölf Uhr trafen wir in Hamburg-Wilhelmsburg am „Wasserwerk" ein, einer neuen gastronomischen Einrichtung, die schon inmitten des späteren igs-Geländes liegt. Nach einem kleinen Mittagessen wurden wir dann pünktlich um 13:00 Uhr von Herrn Arne Dainz, einem der Projektkoordinatoren empfangen, der uns über das Gelände führte.

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Restaurant Wasserwerk Baustelle igs Monorail-Fahrweg auf Ständern

Ganz nach dem Motto der igs 2013 – „In 80 Gärten um die Welt" wurde das 100 ha große Areal in sieben Themenwelten eingeteilt, in die sich die 80 Themengärten einfügen.

Über die „Welt der Religionen" im Nordwesten, in der später von Grabgestaltung bis hin zu Feierlichkeiten zu religiösen Anlässen alles zu sehen sein wird, was mit den fünf großen Weltreligionen zu tun hat, ging es in den Bereich der „Wasserwelten". Dort ist neben einer Kanu-Anlegestelle und gastronomischen Einrichtungen auch das Herzstück der Gartenschau geplant: einer der drei Bahnhöfe der Monorailbahn (Einschienenbahn). Diese soll später mit sieben Zügen, die jeweils bis zu 80 Besucher fassen können, das durch die Wilhelmsburger Reichsstraße getrennte Gelände durch einen Rundkurs verbinden.

Abenteuerlich ging es dann für uns weiter, denn wir mussten noch mit einer eingerüsteten Behelfsbrücke über die vierspurige Straße vorlieb nehmen, die uns dann direkt in die „Welt der Kulturen" führte. Immer wieder wird das weitläufige Gebiet mit Wechselflorpflanzungen und großen Staudenflächen durchzogen, welche die einzelnen Themenwelten miteinander verbinden.

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Herr Dainz Staudenpflanzung Welt der Kontinente

Spätestens in den „Naturwelten", für deren Anlage ein großflächiger Bodenaustausch nötig war, und der „Welt der Kontinente", deren Planer jeweils ihre einheimische Nation repräsentieren, wird auch uns der enorme organisatorische Aufwand einer solchen internationalen Gartenschau bewusst.

Wie bei jedem Großprojekt lief auch hier nicht alles nach Plan. Für die Koordinatoren eine echte Herausforderung, die rund 500 Firmen und bis zu 150 Arbeiter von Tiefbau bis hin zu Staudengärtnern, die sich gleichzeitig dort aufhalten, zu organisieren. „Die internationale Ausschreibung für die Entwürfe der Gärten und die Vergabe für die Umsetzung durch größtenteils ortsansässige Firmen ließen wir von einem Planungsbüro durchführen", erklärte uns Herr Dainz.

Der Neubau von 200 Schrebergartenparzellen im Bereich der Kulturlandschaften wird nach Beendigung der Gartenschau durchgeführt. Bis dahin umfasst die Fläche eine Heidelandschaft, Veranstaltungsflächen für Konzerte, einen Bauernmarkt und einen Schaugarten für die umliegenden Schulen, der aber genau wie die gastronomischen Einrichtungen und der Bauhof erhalten bleiben wird.

Aber auch umsetzungstechnische Probleme wie Ersatzpflanzungen für etwa 3000 Gehölze, die dem Bautreiben erst mal weichen mussten oder auch die Sondierung des gesamten Geländes wegen Kampfmittelbeseitigung und hoher Bodenbelastung durch den früheren Containerbahnhof, waren zu bewältigen.

Wo sich früher kilometerlange Gleisstränge durch das Gelände zogen kann man zur igs die „Welt der Bewegung" erleben. Neben einem Hochseilgarten in einem Birkenwäldchen, wurde auch ein Skaterpark angelegt, dessen Planung und Umsetzung jedoch in vollem Umfang den späteren Nutzern der Anlage überlassen wurde. Dies war nicht das einzige Projekt, bei dem die Anwohner ihre Vorstellungen einbringen konnten oder per Abstimmungen an grundliegenden Entscheidungen mitwirken durften.

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Heidelandschaft Kletterhalle Nordwand Welt der Häfen

Vorbei an der Kletterhalle „Nordwand", die schon voll in Betrieb genommen wurde, und den späteren Schwimm- und Basketballhallen, die während der igs allerdings noch als Blumenschauhallen dienen werden, ging es für uns weiter in Richtung Haupteingang. Über das Teilgelände der IBA (Internationale Bauausstellung Hamburg), in dem vom Hybrid-Haus bis zum Seniorenwohnen auch behördliche Einrichtungen und ein Hotel Platz finden werden, kamen wir zur letzten der sieben Themenwelten: die „Welt der Häfen".

Hier konnte sich die Gastgeberstadt Hamburg so präsentieren wie man es sich für das „Tor zur Welt" vorstellt. Water-Houses mit bereits verkauften Eigentumswohnungen, die mitten in dem geplanten Kanuparcours liegen und liebevoll gestaltete und bepflanzte Schiffscontainer lassen den Besucher ganz in die Hafenwelt eintauchen.

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Natürlicher Wasserfilter Rosenboulevard   WaterHouses

Einem jedem Gartenliebhaber und Kulturintressierten kann man eine Fahrt zur Internationalen Gartenschau Hamburg 2013, die am 26. April kommenden Jahres ihre Tore für alle Besucher öffnet, nur empfehlen.

Für uns Studierende hat sich dieser Ausflug dank der fachlich versierten Führung durch Herrn Dainz wirklich gelohnt.

Abschließend möchte ich mich im Namen der Peter-Lenné-Schule und der Klasse FT11L bei Herrn Ulken für die Organisation und den reibungslosen Ablauf dieser sehr gelungenen Studienfahrt bedanken.

Melanie Enslen, FT11L
Peter-Lenné-Schule

 

Weblink

Internationale Gartenschau Hamburg: igs-hamburg.de

 

 

Bildnachweis
Melanie Enslen, Meike Poets - Peter-Lenné-Schule, Alle Rechte vorbehalten
igs-Logo: internationale gartenschau hamburg, igs-hamburg.de

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