Die Fachschulklasse Floristik erkundet Amsterdam und Umgebung

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Der folgende Bericht soll einen kleinen Eindruck von unserer sehr interessanten Fachexkursion in die Niederlande geben. Es werden die Höhepunkte unserer Stationen kurz vorgestellt.

 

 

Bloemenveiling in Aalsmeer

2012-09-02-04s-floristik-niederlandeAuktionssaal in AalsmeerAuf unserer Fachexkursion in die Niederlande hatten wir Gelegenheit, die berühmte Bloemenveiling (Blumenauktion) in Aalsmeer zu besichtigen. Eine hervorragende Besucherbetreuerin dieser Institution erklärte uns in ihrem sympathisch anmutenden Deutsch alle nur denkbaren Zusammenhänge und beantwortete alle Fragen der sehr wissbegierigen Fachschülerinnen.

Die Neustrukturierung der Blumen- und Pflanzenvermarktung war mehr als imposant und versetzte nicht nur die angehenden Meisterinnen in Staunen, sondern auch die sie begleitenden langjährigen Lehrerinnen. Die Gesamtfläche dieser Anlage entspricht der Größe Monacos; 2400 Lastwagen sind, mit Blumen und Pflanzen gefüllt, täglich auf diesem Gelände unterwegs.

Pflanzen aus aller Welt werden in Aalsmeer über das vernetzte System versteigert. Bienenfleißig sausen bemannte Elektrofahrzeuge mit den Waren durch die Hallen, die Begleitung sprach von ihrem „geliebten Ameisenhaufen". Alles wirkt zufällig, ist aber in höchster Form strukturiert und systematisiert. Besonders eindrucksvoll war ein Transportsystem, das ähnlich einer Seilbahn drei Meter hohe Gondeln mit Ware über eine Distanz von 13 Kilometern in andere Bereiche der Versteigerungsanlage befördert. Das digitalisierte System erzeugte Bewunderung bei den Zuschauerinnen, da der Einkauf von Pflanzen und Schnittblumen kinderleicht erscheint, dennoch wird über finanzielle Großaufträge und somit hohe Geldbeträge entschieden.

Besuch bei Mobach Keramik

Der erste Eindruck, den wir in uns aufnahmen, als wir bei Firma Mobach vorfuhren, war: „Was für ein schönes historisches Bauwerk!" Unsere Blicke fielen auf die „wie schon immer" dort platzierten Gefäße, die rund um die Werkstatt im Garten arrangiert waren. Dort fanden wir auch die Inspiration für die natürlich schillernden Farben der Glasuren der Gefäße – den Mobachkäfer.

Das Sonnenlicht spiegelte sich in den einzigartigen Glasuren, die in allen Farben leuchteten. Die Führung von Herrn Mobach persönlich fing mit einem „Wow-Effekt" an. So viele verschiedene Rohkeramiken in einem Raum zu sehen beeindruckte nicht nur uns Fachschülerinnen immer wieder aufs Neue, sondern auch unsere Leiterinnen.

Leider konnten wir nicht miterleben, wie diese wunderschönen Glasuren entstehen, da für eine Messe in Paris schon alle Ausstellungsobjekte transportsicher verpackt wurden. Unser Besuch endete in einem wahren Kaufrausch. Das „kleine" Päckchen, mit dem uns gut bekannten Schriftzug, kam schon eine Woche später hier in der Peter-Lenné-Schule an.

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Künftige Floristmeisterinnen auf Fachexkursion in Amsterdam  

PTMD „Pot en Mand" – „Topf und Korb"

Schon bei der Ankunft machte das Firmengebäude einen bombastischen Eindruck auf uns. Mit einer natürlichen Freundlichkeit und Leichtigkeit lud man uns in die Räumlichkeiten ein. Wir wurden herzlichst mit Kaffee, Tee und Gebäck empfangen, um den perfekten ersten Eindruck zu gewinnen.

Total entspannt ging es weiter in die besagten „Showrooms". Der Anblick des Mittelganges, der Hauptzweig zu den einzelnen Räumen, übertrumpfte durch Licht, Wasser, Nebel und einer geheimnisvollen Stimmung. In diesem Moment hat es gefunkt...! Ein Gefühl von Harmonie und Ausgeglichenheit, Schönheit und Großzügigkeit überwältigte uns alle. Allein durch dieses Auslösen von Gefühlen wäre man bereit, den Inhalt des ganzen Geschäftes zu kaufen. Was für ein Konzept!!!! (positive Emotionen steigern die Kaufbereitschaft)

Alle waren hellauf von diesem Lebens- und Lifestyle begeistert. Es tat gut, solche Ideen zu gewinnen und diese mit nach Hause zu nehmen. Wir würden immer wieder kommen.

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NL-Lifestyle: Pot en Mand NL-Lifestyle: Gracht

Floriade 2012

Nach überraschend langer Autofahrt und Shuttle-Service wollten wir uns die Floriade nicht entgehen lassen, die nur alle zehn Jahre stattfindet. Mit der Seilbahn ging es los. Uns bot sich ein fantastischer Blick über den gesamten Park und eine tolle Perspektive auf die Gärten, Bepflanzungen, Bauten und außergewöhnlichen Objekte.

Nach der Seilbahnfahrt machten wir uns auf den Weg zur Blumenhalle. Dieser Weg führte durch einen beeindruckenden Wald. Aus ihm waren mystische Stimmen und Tiergeräusche zu hören, alles sehr geheimnisvoll.

Die Blumenhalle war eine sehr große Halle, die von außen mit imposanten Wasserbecken lockte. Hier beeindruckten vor allem die Bepflanzungen von Beeten zu verschiedenen Themen und die verschiedenen Gefäße, die zum Teil aus Keramik, aber auch gerödelt aus verschiedenen Ästen hergestellt waren. Die Gefäße hatten unterschiedliche Unterkonstruktionen, die unser Interesse geweckt haben. Jedoch die florale Gestaltung sagte uns nicht zu, sie entsprach nicht den aufwendigen und handwerklich hochwertigen Unterkonstruktionen. Da die Floriade nur alle zehn Jahre stattfindet, hatten wir erwartet, einen Top-Floristen oder auch Floral-Designer anzutreffen und seine Arbeiten bewundern zu können, jedoch wurden wir in diesem Punkt enttäuscht.

Das Schönste an der Floriade waren die verschiedenen Anpflanzungen, Gärten und Beete. Sie waren in interessanten Pflanzenkombinationen und harmonischen Farben bepflanzt. Alles wirkte sehr natürlich, kleine und große Blütenformen wurden eindrucksvoll mit verschiedenen, meist hohen Gräsern kombiniert. Der Wind spielte mit den Gräsern, so kam Bewegung ins Beet, sehr sehr schön.

Van Gogh Museum Amsterdam

Die Sammlung der Werke von Vincent van Gogh zeigte sich in einem sehr modernen und neuen Gebäude, welches 1973 von Herrn Rietveld erbaut wurde. Mehr als das Gebäude beeindruckte uns, vor den Originalgemälden des Künstlers Vincent van Gogh zu stehen. Man konnte anhand der anfangs sehr düster wirkenden Bilder, bis hin zu den beeindruckenden helleren Werken, seine malerische Entwicklung sehen. Zusätzlich machte es den Anschein, dass sein familiäres und privates Leben in den Gemälden widergespiegelt wird. Die Bilder, die im Impressionismus entstanden sind, beeindruckten uns besonders wegen der sehr auffälligen Pinselführung. Von Anfang bis Ende begleitete uns das Motiv der Sonnenblumen und uns stellte sich die Frage, wieso ausgerechnet dieses Bild so berühmt ist, wo es doch so viele andere großartige Bilder gibt.

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Jana Bethge, Stefanie Bohs, Nadine Burmeister, Melanie Dienemann, Angelika Michalski, Cora Schochardt, Lisa Tribehs, Ulrike Vogler
Fachschulklasse Floristik der Peter-Lenné-Schule


Claire Range, Dr. Jutta Peistrup
Fachschulteam Floristik

 

 

Fotos: Dr. J. Peistrup, Peter-Lenné-Schule 2012. Alle Rechte vorbehalten.

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