150px-insZwei „Wellnessbereiche für Fluggäste" entstanden 2011 im fachpraktischen Unterricht von BQL und OBF. Für die kleineren ein Insektenhotel im Freigelände, für die Wasservögel ein Teich in den Tiergehegen der Peter-Lenné-Schule.

Martin Rammensee, Lehrer für Fachpraxis, berichtet.

Bau eines Insektenhotels

Anfang des Jahres 2011 wurde mit den Schülerinnen und Schülern von BQL (Berufsqualifizierender Lehrgang) und OBF (Berufsfachschule) der Bau eines „Insektenhotels" begonnen. Viele Schlupfinsekten, wie Mauerbienen, Sandwespen etc. finden in unserer aufgeräumten Stadtlandschaft schon lange keine ausreichende Möglichkeit zur Eiablage mehr und sind vom Aussterben bedroht. Daher planten wir, auch in unserer Schule ein Insektenhotel zu errichten.

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Dazu bauten wir aus Kanthölzern ein Grundgerippe, das durch Zapfen und Zapfenlöcher zusammengehalten wird, die die Schüler mit Stechbeitel und Holzhammer erstellten. Sobald die Witterung es zuließ, kofferten wir auf dem Freiland unseres Schulgeländes eine 2,50 m x 1,50 m große Grundfläche aus, in die wir Betonplatten auf einer Sandbettung verlegten. Auf diese bauten wir dann unser Holzfachwerk auf und versahen es mit einem Holzdach, das wir mit Teichfolie und Vlies belegten.

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Durch Querleisten sicherten wir das Dach und schütteten in eine vorher angebrachte Umrandung Lava und Ziegelsplitt, auf die wir Sedum-Pflanzen (Mauerpfeffer) als Vegetationsschicht aufbrachten. In den Fachwerkrahmen unseres Insektenhotels stapelten wir zuvor zugeschnittene Baumstämme (Durchmesser von 10 bis 50 cm, Länge ca. 60 cm), in deren Ansichtsfläche wir 4, 6, 8 und 10 mm große Löcher bohrten. In die schmalen Seiten passten wir einen Rahmen aus zugeschnittenen Ästen ein, den wir wiederum mit Ästen ausfachten.

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Diese Flechtwand bestrichen wir mit einem Lehm-Strohgemisch und die Zwischenräume der Stammstücke wurden damit aufgefüllt. Vor dem Trocknen drückten wir mit Nägeln Löcher ein. Im oberen Bereich der gestapelten Baumstämme brachten wir als Gestaltungselement alte Dachplatten mit Löchern und gelochte Ziegelsteine ein. Später soll unter dem begrünten Dach noch eine Firstverkleidung mit kleinen Schlitzen erstellt werden, durch die nur Fledermäuse hindurchkriechen können.

Bau eines Teichs und einer Natursteinwand in unserem Gehege der Wasservögel

Im Frühsommer 2011 begannen wir mit den Schülern der BQL und der OBF mit dem Ausschachten des zukünftigen Teichs. Nach den Sommerferien ging es dann mit den neuen Klassen weiter.

Hinter der Teichmulde begradigten wir für das zukünftige Pumpenhaus eine 3 m² große Sandfläche. Nach dem Feststampfen des Untergrunds schnitten wir aus Drahtgeflecht Streifen aus, die wir den Bodengegebenheiten anpassten. Damit der Draht nicht nach unten gedrückt wird oder aufschwimmt, befestigten wir ihn auf in den Boden geschlagenen Abstandshaltern.

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Danach stellten wir für den Teich und für die Bodenplatte des Pumpenhauses mit unserem Betonmischer mehrere Kubikmeter Beton her, die wir verteilten und verdichteten; davor brachten wir eine Einschalung dafür an. Anschließend wurde der Beton von den Schülern mit der Kelle geglättet.

Aus Kalksandsteinen errichteten wir die Mauer des Pumpengehäuses, verschalten sie und schütteten als Dach eine 12 cm starke Betondecke. Später befestigten wir darauf Teichfolie als Abdichtung und schütteten darauf Sand, der von Beton-L-Elementen gehalten wird. Nachdem der Beton abgebunden war, legten wir auf den Betonstreifen, der ca. 50 cm breit um den Teich gezogen war, große Schieferplatten in Mörtel, die wir später verfugten.

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Danach begannen wir als hinteren Abschluss, um das Pumpenhäuschen zu kaschieren, den Enten und Gänsen eine Unter- und Durchschlupfmöglichkeiten und dem Teich eine optische Einfassung zu geben, eine etwa 1,60 m große Steinwand. In diese Natursteinwand aus Sand- und Kalksteinquadern, die wir zum Teil auf dem Nassschneidetisch zuarbeiteten oder mit dem Fäustel trennten, tieften wir zwei Durchlässe ein, die wir anfangs durch lose Ziegelsteine absteiften.

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Ebenso mauerten wir einen massiven 2,40 m hohen Kalksandsteinpfeiler, den wir ebenfalls mit zugeschlagenen Natursteinen verkleideten. Auf diesem Pfeiler soll später ein großer Holzbalken aufliegen, auf dem wir im Falle einer wieder auftretenden Vogelgrippe eine Abdeckung befestigen.

Zum Schluss verfugten die Schüler die Mauerfugen. Der Teichboden wurde grundiert und mit blauer Schwimmbadfarbe gestrichen.

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Jetzt bleibt uns nur noch das Anschließen einer Pumpe und des großen Filters, aus dem das Wasser nach dem Umwälzen durch eine eingebaute alte Zinkgießkanne wieder austritt. Die danach erfolgende Einweihungsfeier findet sicherlich erst nach der Frostperiode im Frühjahr statt.

Martin Rammensee
Lehrer für Fachpraxis an der Peter-Lenné-Schule

Siehe auch:

Fotos:
M. Rammensee, Th. Kayser, Peter-Lenné-Schule 2011. Alle Rechte vorbehalten.

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