Très bien: Auslandspraktikum in Colmar

150px_colmarDen Mai 2011 nutzten zwei Floristik- und vier Garten­bau-Auszubildende der Peter-Lenné-Schule für ein Auslandspraktikum in Frankreich. Durch Vermitt­lung unserer Partnerschule, dem Lycée du Pflixbourg, konnten sie Einblick in die Arbeits­welt ihrer elsässischen Kollegen gewinnen und wertvolle Erfahrungen für die eigene Berufspraxis sammeln.

Dass sich solch ein Auslandspraktikum auch lohnt, um „ein tolles Land, eine schöne Stadt und freundliche, hilfsbereite Menschen" kennenzulernen, zeigen die lesenswerten Berichte von Stefanie Sembach und Vanessa Genrich aus der Klasse BFS Flo 91. Sie arbeiteten vier Wochen in Floristikbetrieben in der historischen Altstadt von Colmar.

Weitere Auskünfte zu Auslandspraktika erteilen Herr Schön und Herr Lindloff.


Bericht über das Auslandspraktikum

Von Vanessa Genrich, BFS Flo 91


1. Mai 2011: Abfahrt am Berliner Hauptbahnhof.

Um 8.31 Uhr sollte uns der ICE in Richtung unseres Praktikums in Frankreich bringen. Doch die eigentlich gemütliche Fahrt fing erst einmal mit einem riesigen Wirrwarr an. Denn durch einen blöden Lesefehler waren wir in den falschen Wagen eingestiegen und mussten so wieder einige Abteile zurück. Und das bei einer Reisegeschwindigkeit von 157 km/h, da hat man es bereut, so viel Gepäck dabei zu haben. Als wir dann erschöpft in unseren Sitzen saßen und wieder ein wenig verschnauft haben, konnten wir die Landschaft genießen, die viel zu schnell an uns vorbei raste.

Um 15 Uhr kamen wir in Freiburg an und mussten dort den Zug wechseln. Dieser fuhr uns nach Breisach, in der Nähe der französischen Grenze. Dort wurden wir dann von Herrn Bouteiller abgeholt. Wir verstauten unsere Koffer in seinen Van und dann ging es über die Grenze nach Frankreich. Nachdem  wir uns von den anderen verabschiedet hatten, wurden wir, die zwei Floristinnen, nach Saint-Gilles in der Nähe von Wintzenheim gefahren, wo unsere Unterkunft war.

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Die Unterkunft in Wintzenheim Unser Wohnzimmer

Dort wurden wir von Emeline empfangen, mit der wir uns die Wohnung teilten. Sie spricht neben französisch auch englisch und ein wenig deutsch. Sie zeigte uns am ersten Tag das Schulgelände und erklärte noch ein, zwei Kleinigkeiten, wo zum Beispiel die Bushaltestelle ist oder der Bahnhof.

Danach ging es an die Zimmerverteilung, die Zimmer waren ein wenig provisorisch eingerichtet. Ein Bett und ein Stuhl – mehr war nicht drin, aber es reichte für einen Monat.

Emeline erklärte uns, das wir am nächsten Tag nach Colmar fahren würden, damit sie uns die Betriebe zeigen könnte und dass wir das mit dem Busticket klären könnten. Denn hier fährt nur ein Bus nach Colmar und weiter hinten, hinterm Schulgelände ein Zug, von dem wir aber nicht die Fahrzeiten wussten. Emeline suchte dann für uns die Fahrpläne raus. Als wir uns dann einigermaßen eingerichtet hatten, stand unsere erste Nacht in Frankreich bevor, die von einem heftigen Gewitter begleitet wurde. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist. (^^;)

2. Mai 2011: Tag 1 in unserem Praktikum in Frankreich.

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Aux Fleurs de Nice

In aller Frühe ging es los nach Colmar für eine kleine Besichtigung unserer Betriebe. Doch zuvor holten wir uns noch unsere Bustickets bei der Busfahrgesellschaft Trace ab. Emeline gab uns noch die Busfahrpläne und zeigte uns, mit welcher Linie wir fahren mussten. Danach ging es auch gleich zu dem Blumenladen, in dem ich untergebracht worden war. Der Laden heißt Aux Fleurs de Nice und war in der Rue Kléber neben der Busfahrgesellschaft. Mit ein wenig Herzklopfen ging ich in den Laden hinein zusammen mit Emeline, da ich nicht wusste, ob sie nun nur französisch sprachen oder auch deutsch. Doch zum Glück war auch die Chefin, Madame Jaqueline Schnitter, mit dabei, die deutsch sprach.

Ich stellte mich vor und sie erklärte mir, dass ich nur von Dienstag bis Samstag zu arbeiten hätte und den Sonntag und Montag hätte ich frei. Danach ging es zum Laden von Stefanie, der zweiten Floristin. Wir fuhren mit dem Wagen von Emeline in die Rue de Turenne, die sich in der Altstadt von Colmar befindet, doch zu unserer Überraschung war der Laden zu. Er sollte erst am späten Nachmittag öffnen, aber um die Uhrzeit wären wir wieder in Saint-Gilles zurück.

Emeline erklärte, dass sie später dort anrufen würde um nachzufragen. Als nächstes zeigte sie uns den Supermarkt, in dem wir unsere Lebensmittel einkaufen konnten. Wir nutzten gleich die Gelegenheit um ein wenig einzukaufen. Der Supermarkt war riesig, nur die fremde Sprache war ein wenig verwirrend. Nach dem Einkauf wurden wir von Emeline wieder zurück gefahren. Wieder angekommen verstauten wir die Sachen und machten uns dann auf, Wintzenheim ein wenig zu erkunden.

Wintzenheim ist 2 km von Saint-Gilles entfernt und eine schöne Kleinstadt mit alten Gebäuden und verwinkelten Gassen, doch ab und zu reihen sich Neubauten in die schöne Idylle. Das gesamte Gebiet von Wintzenheim und Saint-Gilles ist von einer Gebirgskette umschlossen und sorgt so auch für schönes Wetter.

Im späteren Verlauf des Tages erfuhr Stefanie nun auch ihre Arbeitszeiten. Sie hatte genau wie ich am Sonntag und Montag frei und wir würden von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und dann von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr arbeiten. In dem Zeitraum hatten wir zwei Stunden Pause. Das wird so eine Umstellung werden, wenn wir wieder in Berlin sind *seufz*

3. Mai bis 7. Mai 2011

Heute beginnt unsere erste Arbeitswoche. Um 8.06 Uhr setzten wir uns in den Bus, der uns zu unseren Betrieben bringen sollte. Die Fahrt dauert grad einmal ’ne halbe Stunde von Saint-Gilles nach Colmar. Am Champs de Mars, einem großen Festplatz in der Mitte von Colmar, trennten sich unsere Wege und jede machte sich auf zu ihrem Betrieb.

Ich brauchte nur der Hauptstraße zu folgen, schon war ich an meinem Blumenladen. Dort angekommen, wurde ich von Patrick und Emelie begrüßt, den zwei Floristen im Laden. Patrick spricht einigermaßen deutsch, Emelie leider nicht – dennoch kann man sich mit ihr verständigen.

Am ersten Tag wurde mir die Werkstatt gezeigt, also besser gesagt der Arbeitsplatz. Also, ich war wirklich überrascht, wie groß der Laden eigentlich ist. Wenn man in den Laden reinkommt, denkt man, er hat nicht mehr als zwei Räume, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Denn hinter dem Verkaufsbereich gibt es drei Ateliers, eine Kühlung, einen Innenhof, wo die Topfpflanzen gelagert werden, und noch einen Raum, in dem Grabschmuck verkauft wird und diverse Sachen gelagert werden.

Die meiste Zeit schneide ich die Blumen an oder helfe Emelie bei der Vorbereitung von Sträußen oder Gestecken. Meistens bin ich hinten im Laden und helfe, wo ich kann. Ich kümmere mich auch um die Topfpflanzen vor und im Laden.

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Das Team von „Aux Fleures de Nice" In der Werkstatt Blick auf das Martinsmünster in Colmar

In den Pausen treffen Stefanie und ich uns immer und erkunden gemeinsam Colmar. Schließlich haben wir fast zwei Stunden Zeit dafür. Wir laufen ein wenig durch die Stadt und danach setzen wir uns in ein Café und genießen die Sonne. Am Donnerstag waren es immerhin schon 33°C (très chaud). Die erste Bräune macht sich schon bemerkbar.

In der Wohnung haben wir uns auch schon gut eingelebt. Bis auf diese hinterhältigen Bodendielen. Die knarren was das Zeug hält. Ich glaub, ich werd mich zu Hause wieder wundern, warum mein Fußboden keine Geräusche macht.

Das ist vorläufig der erste Bericht für diese Woche. Mal sehen was passiert, aber wenn die restlichen drei Wochen genauso schnell um gehen wie die erste, dann sind wir schneller wieder zuhause, als uns lieb ist. (O_o); vielleicht hat dann Steffi ihren Kleinkrieg mit ihrem DS beendet. (Ich tippe auf dem DS). Und vielleicht hör ich auf, in ein paar Tagen so sarkastisch zu sein... aber nur vielleicht. XDD

Die Wochen vom 10. Mai bis zum 23. Mai 2011

Man glaubt kaum, wie schnell die beiden Wochen vergangen sind. Es lag noch nicht mal an der täglichen Routine: um 7.30 Uhr aufstehen, fertig machen und dann kurz vor 8.00 Uhr los. Wohl eher verging die Zeit so schnell, weil jeden Tag etwas anderes dazu kam, man verstand sich mit den Kollegen besser, auch die andere Sprache war einem nicht mehr so fremd und man hatte sich an die ungewöhnlichen Arbeitszeiten gewöhnt.

Das wird uns richtig fehlen, wenn wir wieder in Berlin sind, vor allem, dass die Busse hier pünktlich und zuverlässig fahren, da braucht man nicht die Angst zu haben, dass man am Morgen nicht zur Arbeit kommt.

In der gesamten Zeit habe ich mehr gelernt als gedacht. Vielleicht lag es auch an der anderen Sprache, dass man sich viel mehr drauf konzentrierte, was von einem verlangt wurde.

In den zwei Wochen hatte der Blumenladen zwei große Hochzeiten, bei denen ich mithelfen konnte. Die eine war eine ganz normale und die zweite war eine Goldene Hochzeit. Es war interessant zu sehen, wie hier die Floristik ist oder die Location.

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Blick von der Hohlandsburg

Auch die Landschaft vom Elsass ist einzigartig. Die Berge, das Flachland, die dichten Wälder, das alles, was man in Berlin nicht hat. Aber das Wetter ist auch ein wenig unberechenbar, man sollte sich also nie drauf verlassen, dass auch wirklich den ganzen Tag die Sonne scheint. Zum Glück haben Steffi und ich unsere Regenschirme immer in der Tasche. Und egal, ob ich früher über die botanischen Namen gemeckert habe oder nicht, hier helfen sie einem echt aus der Klemme.

Jetzt sind wir schon die dritte Woche hier und bis jetzt können wir nicht klagen, die Leute sind hier echt freundlich und zuvorkommend. Manche können auch deutsch, sehr zur Freude von Steffi, aber auch sie hat schon ein bisschen französisch gelernt, oder versteht jedenfalls mehr als am Anfang unserer Reise.

Am 16. Mai wurde uns das Schulgelände gezeigt, was wirklich riesig ist. Nebenbei erfuhren wir, dass zwei andere das Praktikum leider schon abbrechen mussten. Nachdem wir uns das Schulgelände angeschaut hatten, fuhren wir den Berg hinauf zu einem Schloss, von dem wir eine gute Sicht über das gesamte Departement hatten. Morgen beginnt die letzte Woche hier im Praktikum, mal sehen, was uns noch erwartet und wie der Muttertag wird. Viel anders kann er ja nicht sein als in Deutschland..., ich hoff´s einfach mal.


Praktikum in Colmar/Frankreich

Von Stefanie Sembach, BFS Flo 91


Erste Woche vom 1. bis 8. Mai 2011

Die ersten Minuten schon haben sich ziemlich hektisch gestaltet, im ICE. Erst falsche Plätze, dann auch noch der falsche Wagen. Doch als dann alles gefunden war, hieß es nur noch warten und die Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen oder halt zu genießen. Nach knapp sieben Stunden Fahrt hieß es dann endlich „Freiburg erreicht“ und mit dem nächsten Zug weiter nach Breisach. Von dort hat uns Herr Bouteiller mit einem kleinen Bus abgeholt. Von Breisach Bahnhof ging es dann über Straßen hinweg Richtung Colmar, wo sich die Sechsergruppe trennte.

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Unsere Partnerschule: das Lycée du Pflixbourg in Wintzenheim

Für uns zwei Floristinnen ging es auf nach Wintzenheim ins Lycée du Pflixbourg, wo wir in einer Direktorenwohnung wohnten. Der erste Tag endete mit ein, zwei DVDs, die wir dank Laptop schauen konnten. Am zweiten Tag (Montag) wurden, soweit es möglich war, alle restlichen Formalitäten geklärt. Heißt, dass die Bustickets gekauft wurden, man uns zu unseren jeweiligen Blumenläden gefahren hat. Und wir uns für die Woche noch mit Lebensmitteln eingedeckt haben. Unterstützt hat uns dabei eine junge Frau namens Emeline, die auch in der Wohnung untergebracht war. Dort aber nur 2–3 Tage in der Woche übernachtete mit ihrem Hund Mina und ihrer Katze.

Am Dienstag ging es für uns dann los mit der Arbeit in unseren Blumenläden. Mein Laden hieß Pivoine Fleuristes und befand sich im alten Teil der Stadt, dem so genannten Gerberviertel. Dort gibt es fast nur alte Fachwerkhäuser, auch der Blumenladen ist in so einem untergebracht. Um 9 Uhr machte der Laden auf und ich wurde von allen freundlich empfangen. Man zeigte mir kurz die Räumlichkeiten und danach wurde ich auch gleich in den Betriebsablauf eingebunden, soweit das möglich war. Meine erste Tätigkeit war daher das Ausräumen der Ware und diese dekorativ vor den Laden zu stellen. Danach wurde sich um die neue Schnittware gekümmert. Und die älteren Schnittblumen, sowie das Schnittgrün wurden neu angeschnitten und bekamen neues Wasser.

Im Laufe des Tages habe ich dann noch Blumensträuße binden dürfen und half bei den Auslieferungen. Zwischen 12 und 14 Uhr war dann Pause und von 14 bis 17 Uhr ging es dann weiter im Laden. Die Pause habe ich damit verbracht, mir etwas die Stadtmitte von Colmar anzusehen, zusammen mit Vanessa.

Auch in den folgenden Tagen arbeitete ich von 9–12 und von 14–17 Uhr und verbrachte meine Pause mit Vanessa, um mir Colmar anzusehen. Meine Arbeit bestand darin, die Ware aus- und einzuräumen, Gestecke sowie Sträuße anzufertigen und bei den Lieferungen zu helfen. Geliefert wurden dabei Sträuße, Gestecke und auch Pflanzungen in und um Colmar.

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Pivoine Fleuristes Arrangement florale
Delphine, Christelle und Chefin Magalie

Sonntag und Montag waren für Vanessa und mich freie Tage, die wir am ersten Wochenende in Wintzenheim verbrachten. Ich verbrachte diese Zeit hauptsächlich damit, Nintendo DS zu spielen und einfach mal zu entspannen. Am Samstagnachmittag gingen Vanessa und ich auch noch etwas auf Wanderschaft, hoch Richtung Hohlandsburg. Allerdings kamen wir nicht weit, dank mir. Da ich den steilen Weg nicht wirklich lang bewältigen konnte und die Hitze tat ihr übriges. Wie an den restlichen Tagen wurden die Abende mit DVDs beendet.

Zweite Woche vom 9. bis 15. Mai 2011

Auch diese Woche machte ich das, was ich schon in der ersten Woche tat. Ich machte es zu meiner täglichen Aufgabe, die Ware aus dem Laden zu räumen und sie gegen 12 Uhr wieder reinzustellen. Dabei sollte ich darauf achten, dass die Pflanzen farblich einheitlich stehen aber trotzdem nicht auf dem gleichen Fleck wie am Tag zuvor. Ab und an wurde mir dabei aber von einer der Mitarbeiterinnen geholfen oder ich fragte einfach, wo bestimmte Pflanzen am besten hingehörten.

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In der Altstadt von Colmar

Dienstag kaufte die Chefin, Magalie, immer frische Ware. Dabei kaufte sie nicht nur Schnittware ein, sondern auch Topfpflanzen. Um die Schnittware kümmerten sich Magalie, Christelle, Delphine und ich gemeinsam. Als dies erledigt war, wurde es mir wieder freigestellt, ob ich einen Strauß binden oder ein Gesteck anfertigen wollte. Dabei wurde mir auch die Ware freigestellt. Man konnte sich kreativ wirklich ausleben, was ich auch nutzte. Dienstag wie Freitag kam dann nachmittags auch noch der fahrende Holländer mit seinem weißen LKW zum Laden. Auch dort kaufte Magalie noch mal einige Ware ein und ich half, die Schnittblumen fertig zu machen. Wie auch letzte Woche half ich bei den Auslieferungen mit. Mittwochs war meine Hauptaufgabe, Sträuße anzufertigen und bei den Auslieferungen zu helfen.

Am Donnerstag war es ziemlich ruhig im Laden. Gerade mal eine Handvoll Kunden war im Laden, somit waren auch nur Magalie und ich im Geschäft. Magalie beschäftigte mich dabei mit Hilfsarbeiten, z. B. Fleurop-Bestellscheine stempeln, dekorativen Arbeiten, die für den Außenbereich gedacht waren, und zum Ende fertigte ich kleine Buchsbaumkränze an, die auch für den Außenbereich waren. Am Freitag lieferte ich diesmal mit Delphine aus; sonst half ich dabei Christelle, aber die hatte diese Woche frei.

Samstag machte ich dann auch endlich die restlichen Buchsbaumkränze fertig, die dann von Magalie an der Außenfassade befestigt wurden. Wie auch die anderen Tage zuvor band ich Sträuße und fertigte Gestecke an.

Die Pausen in den fünf Tagen verbrachte ich wie in der ersten Woche gemeinsam mit Vanessa. Wobei wir da wirklich einfach die Sonne genossen und was Kühles tranken. Aber wir sahen uns auch Colmar an. Es gab immer wieder Neues zu entdecken. Im Laufe der Woche kauften wir Andenken für uns selbst, aber auch für unsere Klasse in Deutschland sowie unsere Familien.

Am Samstag gingen wir gemeinsam wieder einkaufen, hauptsächlich Getränke. Dumm war nur, dass der Bus nach Wintzenheim nicht bis zu unserer Haltestelle fuhr, so mussten wir eine ganze Station im Regen mit den schweren Getränken laufen. Mit Internet, unseren Spielkonsolen und anderen Dingen beschäftigten wir uns noch am Samstag und Sonntag.

Dritte Woche vom 16. bis 22. Mai 2011

Am Montag waren wir mit dem Deutschlehrer der Schule vor Ort unterwegs. Er zeigte uns das Gelände noch mal genauer und erklärte uns auch einiges dazu. Er teilte uns dabei auch mit, dass zwei aus der Gruppe schon am zweiten Tag wieder abgefahren waren, ohne jemandem vor Ort oder gar in Deutschland Bescheid zu sagen. Anschließend fuhr der Deutschlehrer mit uns zur Hohlandsburg hoch. Die Aussicht von dort oben ist wirklich wunderschön. Leider konnten wir nur 20 Minuten oben verbringen, da die Zeit des Herren knapp bemessen war. Gegen 14 Uhr verabschiedeten wir uns von Julian und Patrick, die nahe Strasbourg arbeiteten und ein Teil der Gruppe waren, und von dem Deutschlehrer. Den Rest des Tages verbrachten wir in Ruhe.

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Besuch der Hohlandsburg mit Aussicht ins Umland

Von Dienstag bis Samstag sahen meine Arbeiten wie die in der vorangegangenen Woche aus. Sträuße gebunden, Gestecke angefertigt, Pflanzungen gemacht, dekorative Arbeiten, Auslieferungen sowie kleine Säuberungsarbeiten. Am Donnerstag war nicht viel los, da es ziemlich viel geregnet hat und somit die Kunden ausblieben. Aber dadurch, dass Christelle alleine war, Magalie musste einiges in Colmar erledigen, durfte ich einen Fleuropstrauß binden. Und selbst mit Vorlage ist das nicht so einfach, fand ich jedenfalls.

In der Freizeit haben Vanessa und ich uns getroffen und spazierten dann durch die Gegend. Sahen uns auch zwei Kirchen an, wobei man nur St. Martin von innen fotografieren konnte, was ich aber auch nutzte. Am Samstag machten wir auch endlich eine Bimmelbahntour mit, diese ging 35 Minuten. Und auch, wenn wir Colmar schon oft erkundet hatten in den drei Wochen, genossen wir es auch mal, mit diesem kleinen Zug unterwegs zu sein. Die freien Tage, Sonntag und Montag, verbrachten wir immer in aller Ruhe.

Vierte Woche vom 23. bis 28. Mai 2011

Nun bricht schon die letzte Woche an, leider. Man staunt immer wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Uns kam es so vor, als wenn wir gerade mal vor zwei Tagen in Wintzenheim angekommen wären. Und am liebsten würden wir es verlängern, aber das geht ja leider nicht.

Arbeitstechnisch sah es wie in den letzten beiden Wochen aus. Und noch immer machte es mir Spaß, im Laden zu sein und die Arbeiten zu erledigen. Ich hatte immer was zu tun und das hatte zu 80 % etwas mit Blumen zu tun. Ich wurde in der kurzen Zeit sicherer, was das Sträußebinden angeht und auch bei Gestecken. Da der französische Muttertag vor der Tür stand, machte ich diesbezügliche Hilfsarbeiten (Straußhalter angefertigt, Umschlagpapier fertig gemacht etc.).

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St. Martin in Colmar Blick auf Wintzenheim

Ich genoss noch mal jeden Tag auf der Arbeit, machte Fotos so weit es ging, wobei ich das natürlich auch schon vorher tat. Aber man konnte nie genug Fotos machen. Ich fotografierte nicht nur das Geschäft, sondern machte auch Bilder von Colmar und von Wintzenheim, dem Schulgelände sowie der Wohnung. Ich versuchte einfach, die restlichen Tage so gut es ging auszunutzen und alles in mich aufzusaugen, wie man so schön sagt.

Den Samstag, den letzten offiziellen Tag, verbrachte ich damit, meine Tasche zu packen und etwas Ordnung in der Wohnung zu machen. Vanessa selbst musste den Tag noch arbeiten. Wir ließen aber den Tag in Ruhe und mit etwas Panasch (Bier mit Limonade) ausklingen.

Sonntag, 29. Mai 2011

Tja, da war er nun, der Tag der Abreise. Wir standen früh auf und wurden auch rechtzeitig abgeholt. Aber schon kurz vor Freiburg ging die Hektik los. Wir hatten nur fünf Minuten, um von Gleis 1 zum Gleis 5 zu kommen. Und wir haben es gerade so geschafft, nur stiegen wir wieder in den falschen Waggon ein... Das hieß, wie auch zur Hinfahrt, durch drei andere Waggons zu kommen, um uns auf unsere Plätze setzen zu können. Danach waren wir vier wieder ziemlich fertig und ich verbrachte die meiste Zeit mit schlafen, bzw. ich versuchte es. Zwischenzeitlich schrieb ich an meinem persönlichen Reisetagebuch und redete mit Vanessa, die neben mir saß. Gegen 17.30 Uhr kamen wir wieder in Berlin an. Damit war das Frankreichpraktikum offiziell beendet.

Fazit:

Es war großartig!

Ich würde dort auf der Stelle noch mal so ein Praktikum machen und ich kann es nur jedem empfehlen. Magalie, Christelle und Delphine haben mich freundlich aufgenommen und sich um mich gekümmert. Auch wenn nur Christelle halbwegs deutsch konnte, verstand ich zum größten Teil, was man von mir verlangte. Sie hatten auch so viel Geduld mit einem und waren hilfsbereit. Die drei sind einfach liebenswert.

Man sollte einfach die Erfahrung machen. Bei mir ging es gut aus und wenn meine Lehre vorbei ist, werde ich auf jeden Fall noch mal nach Colmar fahren bzw. allgemein noch mal nach Frankreich.

Tolles Land, schöne Stadt, freundliche und hilfsbereite Menschen.

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Vanessa und Stefanie

Text und Fotos: Vanessa Genrich und Stefanie Sembach, 2011, Peter-Lenné-Schule