01_jp_barcelona-2010Fachexkursion der Meisterklasse Floristik/ Friedhofsgärtne­rei nach Barcelona

Nach einer erlebnisreichen Anreise trafen wir wohlbehalten in der wunderschönen Stadt Barcelona ein. Unser erstes Ziel war die gotische Kathedrale des Erzbistums Barcelona im Gotischen Viertel der Stadt.

Dieses Gotteshaus wurde der Heiligen Eulalia geweiht, die als Märtyrerin starb. Der berühmte bemooste Brunnen im wunderschönen Kreuzgang und die Gänse, die den Schatz der Kathedrale behüten sollen, gefielen uns ganz besonders gut.

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La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia

Casa Milà war eines unserer weiteren Ziele: Das Haus Milà, so die deutsche Übersetzung von Casa Milà, wurde von dem Architekten Antoni Gaudí von 1906 bis 1910 für die Milà-Familie in Barcelona errichtet. Es befindet sich im Passeig de Gràcia No. 92.

Nach gefühlten tausend Treppenstufen erreichten wir das oberste Geschoss von Casa Milà. Dort wurde uns klar: Gaudí leistete mit diesem Gebäude Pionierarbeit. Nach einer sehr interessanten Führung stärkten wir uns bei einem kleinen Picknick auf dem Dach. Einfach klasse, mit einem Blick über die Dächer von Barcelona.

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Casa Milà von Antoni Gaudí

Das Gebäude ist eine Beton-Eisen-Konstruktion mit tragenden Säulen, ohne tragende Wände und Stützmauern. Die schmiedeeisernen Balkongitter sind improvisierte Unikate von Josep Maria Jujol, der auch in anderen Projekten mit Gaudí zusammenarbeitete. Die drei Innenhöfe, einer rund, zwei elliptisch, sind Gestaltungsmerkmale, die der Architekt immer wieder verwendete, um die Räume mit ausreichend Licht und frischer Luft zu versorgen.

Zunächst hielt man in Barcelona nicht allzu viel von dem Haus, schnell wurde es unter dem Spottnamen „La Pedrera" („Der Steinbruch") bekannt. Diese Bezeichnung verdankt es seiner unregelmäßigen Fassade mit den vielen Vorsprüngen und seiner wuchtigen Masse, die schon von weitem ins Auge fällt. Das Gebäude wurde 1984 von der UNESCO als erstes Gebäude des 20. Jahrhunderts zum Weltkulturerbe erklärt.

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Ebenfalls von Gaudí: die Basilika La Sagrada Família

Ganz besonders fasziniert waren wir von der Sagrada Família (Heilige Familie). Dieses monumentale Bauwerk von Antonio Gaudi (1852 – 1926) wird nach wie vor sehr zahlreich besucht. Als wir früh am Morgen dort ankamen, hatte sich bereits eine lange Schlange vor den Kassen gebildet. Den Lift zum Turm konnten wir leider gar nicht nutzen, da die Wartezeit zu lang gewesen wäre.

Nach dem sehr eindrucksvollen Besuch der „Sagrada Família" haben wir uns auf den Weg zu Barcelonas Hausberg „Montjuïc" gemacht, auf dem 1929 die Weltausstellung stattgefunden hat.

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Wanderung durch das „Spanische Dorf"

Anlässlich der Weltausstellung wurde das spanische Dorf „El pueblo español" von zwei namhaften Künstlern, Miquel Utrillo und Xavier Nogues, gebaut. Die Grundlage bilden Architektur-Beispiele von Dörfern aus allen Provinzen Spaniens, die im Maßstab 1:2 nachgebaut wurden. Zusätzlich werden im „Pueblo español" typische Handwerkskünste demonstriert: Glasbläserei, Lederhandwerk, Töpferei, Papierherstellung und vieles mehr.

Auf diesen beschaulichen Teil unserer Exkursion folgte die Besichtigung des „Pavellò Mies van der Rohe".

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Der deutsche Pavillion der Weltausstellung 1929 von Ludwig Mies van der Rohe, Skulptur von Georg Kolbe, Barcelona-Stuhl

Sehr eindrucksvoll waren die klare Formensprache, die gelungene Proportion und die Kombination ausgewählter Materialien, die der große Bauhaus-Architekt in diesem deutschen Pavillon der Weltausstellung 1929 demonstriert hat. Zu dieser Zeit nicht so sehr beachtet, gilt er heute als eines der Meisterwerke moderner Architektur. Er besteht aus einem bungalowartigen Gebäude mit angrenzenden Wasserbassins. In einem von ihnen steht eine Bronzefigur von Georg Kolbe. Die verwendeten Materialien für die Wände sind Travertin, Onyx und Marmorarten, ergänzt durch Glaswände in Metalleinfassung. So wirkt das Gebäude in seiner klaren Schlichtheit nobel und elegant. Die Genialität dieses Gebäudes wurde uns durch den Kontrast zu den historistischen Anlagen und dem romantisierenden spanischen Dorf besonders deutlich.

Als Sitzgelegenheit entwarf Mies einen Stahlrohrsessel mit Lederkissen, der als „Barcelona-Stuhl" weltberühmt wurde.

Danach besuchten wir den botanischen Garten, der um diese Jahreszeit einen wenig gepflegten Eindruck machte. Dennoch waren einige Pflanzen ihrer Größe wegen sehr beeindruckend. Das durch eine Seilbahn zu erreichende Castell sowie der am Montjuïc gelegene Friedhof waren einige von weiteren Zielen unserer Exkursion.

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Friedhof am Montjuïc   Die Teilnehmer der Exkursion

 

Nach einem reibungslosen Rückflug kamen wir wohlbehalten in Berlin an und wären am liebsten gleich wieder zurück geflogen!


Simone Faber, Charles Klein, Carolin Lange, Oliver Melzer, Lena Meyer, Natalie Reißner, Anke Schettler, Guido Steinberg, Julia Unterspann und ihre Lehrerinnen Claire-Regina Range und Jutta Peistrup


Bildnachweis

  • Jutta Peistrup (8), Peter-Lenné-Schule Berlin, Alle Rechte vorbehalten
  • Casa Milà: Diliff (Wikimedia Commons, CCybySA 3.0); Bautsch (Wikimedia Commons, gemeinfrei)
  • Poble Espanyol: Kaboldy (2), Istvánka (Wikimedia Commons, CCbySA 3.0)
  • Deutscher Pavillion: Hans Peter Schaefer (Wikimedia Commons, CCbySA 3.0)
  • Kolbe-Skulptur, Barcelona-Stuhl: vicens (Wikimedia Commons, CCbySA 2.5 US)