Mit einer Biedermeier-Kostümshow, festlichen Reden, Harfenklängen und tollem Büffet feierte die Peter-Lenné-Schule am 29. September 2009 den 220. Geburtstag ihres Namensgebers. Dazu war eigens ein Ur-Ur-Ur-Urahne aus Essen angereist. Er durfte zusammen mit den Herren Professoren Seiler und Stimmann eine Büste seines Ur-...-Onkels enthüllen.

Herr Lenné, Herr Prof. Seiler, Herr Prof. Stimmann img_3471-1 Prof. Stimmann, Frau und Herr Lenné
Herr Lenné, Prof. Seiler,
Prof. Stimmann
Peter Joseph Lenné
und Hofdamen
Prof. Stimmann,
Frau und Herr Lenné

„Lennés Königliche Gärtner-Lehranstalt

– ein Adoptivkind der Peter-Lenné-Schule?”

Einleitend begrüßte der stellvertretende Schulleiter Herr Leimgruber einen Nachfahren des berühmten preußischen Landschaftsarchitekten, Herrn Peter Lenné und seine Frau, die stellvertrend für die Lenné-Familie anwesend waren, sowie zahlreiche Vertreter der Fachverbände des Berufsfeldes Agrarwirtschaft, der zuständigen Senatsverwaltungen und Hochschulbereiche. Dabei zeigte er die Verbundenheit des Namensgebers mit dem Selbstanspruch der Schule als größter Agrarschule Deutschlands und die „Abstammungslinie” zu Lenné – genauer: zu Lennés Königlicher Garten-Lehranstalt – auf.

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„Meine Werkstatt – seine weite, schöne Erde”

lenne220Mit einem nachdenklichen Rückblick wandte sich der Jubilar persönlich an das Publikum und räsonierte über Prinzipien, Erfolge aber auch Einschränkungen seines Schaffens. Zu letzteren gehörten ein gelegentlich zu sehr der Sparsamkeit verpflichteter Regent Friedrich Wilhelm IV., zuweilen aber auch stichelnde Konkurrenten und Neider,  die seinen garten- und landschaftsplanerischen Visionen entgegenstanden.

Nachzuhören ist Peter Joseph Lennés Resümee, das von Angehörigen der Schule in Szene gesetzt wurde, in einem Tondukument (ca 9:30 min):

Text: Rainer Leimgruber
Sprecher: Wolfgang Unterzaucher
Ton und Produktion: G. Korup
© Peter-Lenné-Schule Berlin, 2009

Lennés Stadträume keine „Denkmale einer vergangenen Epoche″

Es oblag Prof. Dr. Hans Stimmann – dem Architekten, Stadtplaner und langjährigen Senatsbaudirektor Berlins – Leben und Nachwirkung Lennés aus Anlass seines 220. Geburtstags zu würdigen.

Stimmann

Prof. Stimmann setzte sich kritisch mit der These auseinander, angesichts technisch veränderter Bedingungen der Kommunikation, des Verkehrs, des Lebens und des Arbeitens erführen die öffentlichen Räume der Stadt einen Bedeutungsverlust. Die Plätze, Promenaden und Parkanlagen, von denen in Berlin und Potsdam die bedeutendsten von Lenné entworfen wurden, seien aber kein „Auslaufmodell”, kein Denkmal einer vergangenen Epoche:

„Gerade in einer Zeit, die an der neu gebauten Architektur meistens ihre modischen wie oberflächlichen Kratzer hinterlässt, leisten Gärten, Parkanlagen und Plätze, was von jeher ihren Reiz ausmachte, nämlich Orte des Anderen, der Entschleunigung, der Kontemplation, der eindringlichen Bilder und der persönlichen Begegnung zu sein.”

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