gruppeAm Sonntag, den 19.06.2019 sind wir in kleinen Gruppen in Dublin ankommen und bei Gastfamilien eingezogen. Die Gruppe, die schon mittags in Dublin gelandet war, hat die Umgebung erkundet, Twin Group in der Talbot Street gesucht – und trotz sehr kleinem Hinweisschild – auch gefunden.
Bei unserem ersten irischen Abendessen wurden mithilfe des Stadtplans für die folgenden Reisenden Taxi-Gruppen festgelegt. Das erleichterte die Anreise, da der Bus, der eigentlich in unser Viertel fahren sollte, nicht mehr existiert. Gegen 00.00 Uhr waren dann alle in ihrer Unterkunft angekommen.

Am Montagmorgen fand sich die Gruppe, die aus Teilnehmern aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Berlin bestand, zum ersten Mal zusammen. Jetzt erfolgte der erste Kontakt mit TWIN. Unsere Ansprechpartnerin Beth hieß uns herzlich in Dublin willkommen. Das Programm wurde fixiert, es gab Informationen über die Schüler*innen und uns wurde die LeapCard ausgehändigt. Die LeapCard ist das Dubliner BVG-Ticket für Touristen. Um 14:30 Uhr hatten wir unseren ersten gärtnerischen/tierischen Programmpunkt. Wir besuchten das Airfield Estate und wurden von einem Mitarbeiter durch die Gärten und Stallungen geführt. Das Airfield Estate ist eine Stiftung, die das Erbe zweier Schwestern verwaltet. Die Anlage besteht aus parkähnlichen Bereichen, stark strukturierten Staudenpflanzungen, aber auch aus Gemüsegärten mit forschungsähnlichem Charakter. Eine Besonderheit ist die landwirtschaftliche Nutzung mit Jersey-Rindvieh, Schafen, Ziegen und Hühnern. Die produzierte Milch kann vor Ort gekauft werden. Der kleine Probeschluck genügte uns jedoch – der Fettanteil der Milch lag bei 6%!

Airfield

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Am Dienstagvormittag gab es verschiedene Angebote. Eine Gruppe erkundete die Flora und Fauna auf der Halbinsel Howth, während die andere Gruppe in Bray zur Robbensichtung aufbrach.
Am Nachmittag hatten wir ein sehr interessantes Treffen mit John Mulhern vom Teagasc College of Amenity Horticulture National Botanic Gardens. Wir erhielten eine Einführung in das irische Bildungssystem. Ein Vergleich mit unserem System gestaltete sich als schwer. Auf die Frage, ob sie auch Praktikanten aufnehmen könnten, verwies er uns auf andere Standorte in Irland. Das Teagasc College of Amenity Horticulture National Botanic Gardens hat über das ganze Land verteilt Standorte, zum Teil mit Übernachtungsmöglichkeiten.

howth

elefantenplantcare

Am Mittwoch stand endlich der von einigen Gruppenmitgliedern heiß ersehnte Zoobesuch auf dem Programm. Auch hier bekamen wir von einer erfahrenen Besucher-Betreuerin eine Führung. Wir wurden über die Konzeption neuer Gehege und die Hands-Off-Betreuung informiert. Besondere Begeisterung rief die Bepflanzung der Menschenaffenanlagen hervor – bei den Zootierpflegern!

Die Gruppe der Gärtner fuhr am Donnerstag zum Malahaid Castle und besichtigte sowohl den Garten als auch das Schloss. Der Garten teilt sich in verschiedene Bereiche auf. Der Landschaftsgarten beherbergt Gehölze aus dem pazifischen Raum. Ein anderer Teil ist der Wallgarden mit verschiedenen einheimischen und pazifischen Stauden. Das Schloss erkundeten wir mit einer Führung. Es ist eines der ältesten Schlösser in Irland und war bis in die 70er Jahre in Privatbesitz.
Die Gruppe der Tierpfleger besuchte währenddessen die Halbinsel Howth und beobachtete die heimischen Seevögel und Meeressäuger. Den Vormittag beendeten sie mit einer Wanderung entlang der Cliffs of Howth.
nationalbotanicgardensDen Nachmittag verbrachten die Gärtner im Botanischen Garten von Dublin. Dieser ist der älteste in Irland und ist Standort des Teagasc College. Beim Rundgang konnten wir einen Studenten beim Bepflanzen eines Sukkulentenbeetes beobachten. Die Gewächshäuser stammen aus viktorianischer Zeit und wurden erst vor kurzem aufwendig renoviert. Der Botanische Garten legt seinen Schwerpunkt auf die Forschung, die Bildung insbesondere zur Biodiversität sowie die Ausbildung von Produktionsgärtnern und Gärtnern mit planerischem Schwerpunkt. Für die Besucher ist der Eintritt frei, wodurch der Park von der Bevölkerung rege genutzt wird.
Die Tierpfleger verbrachten den Nachmittag erneut im Dubliner Zoo und im Phoenix Park. Der Park ist der größte und älteste Park Dublins. Dort laufen Hirsche frei herum und können von den Besuchern angefasst werden. Im Zoo wurde das Gorillababy ausgiebig beobachtet. Anschließend ging es zum Zoorassic Park, einem neuen Reptilienhaus mit Museum. Dort sind viele Informationen über Reptilien und deren Evolution ausgestellt. Die Exponate lassen sich zum Teil anfassen. Der Zoorassic Park ist ansprechend aufbereitet und insbesondere für Kinder und Schulklassen geeignet. Grundsätzlich setzt der Dubliner Zoo sehr auf Bildung und ist dementsprechend gut ausgestattet. Abends trafen sich alle zum Essen und Austauschen über das Gesehene in einem Dubliner Pub.

dspcaAm Freitag ging es zur Tierauffangstation der DSPCA. Auf dem Gelände befinden sich zusätzlich eine privatwirtschaftlich geführte Tierklinik und eine Tierpension. Beide finanzieren die Auffangstation mit. Darüber hinaus trägt sich die Auffangstation über Spenden. Die Aufgaben sind vergleichbar mit denen des Deutschen Tierschutzvereins. Jedoch legt die DSPCA großen Wert auf Bildung von Kindern und Institutionen wie z.B. der Polizei. Außerdem ist die Organisation an der Ausarbeitung und Umsetzung von Tierschutzgesetzen beteiligt. Der Einblick in die vielfältige Arbeit der Einrichtung war für unsere Gruppe interessant. Zumal DSPCA eine mobile Tierklinik betreibt. Hier trafen wir auch die Auszubildenden und konnten uns ansehen, wie sie in die Arbeit vor Ort eingebunden sind.
Anschließend genossen wir den 25-minütigen Fußweg durch die irische Landschaft und fuhren zurück nach Dublin, um uns abends mit den Auszubildenden zu treffen und auszutauschen.

Da wir für Samstag keine festen Programmpunkte hatten, erkundeten wir die Insel auf eigene Faust. Einige fuhren zum Cliff of Moher, um Seevögel, insbesondere Papageientaucher, und andere typische Tiere zu beobachten. Leider war es sehr nebelig und die Papageientaucher konnten nur erahnt werden. Schade!
Die andere Gruppe machte sich auf den Weg nach Glendalough. Mit dem Bus fuhren wir durch die irische Landschaft zum ältesten Kloster der Insel. Dort befinden sich nicht nur die Ruinen desselben, sondern auch wunderbare Wanderwege durch die Berge und entlang zweier Seen.
Den Abend verbrachten die meisten mit Kofferpacken.

Sonntag früh trafen wir uns zum Abflug wieder und kamen wohlbehalten in Tegel an.

Wir danken Erasmus+/GoEurope für die Finanzierung der Reise.

Text: B. Hennies, M. Baumann, K. Gilberg und viele andere Mitschreiber! Fotos: K. Gilberg