14 x Bestnoten für die Peter-Lenné-Schule

inspektionsberichtAuch Schulen kriegen Prüfungsangst, wenn sich die Schulinspektion ankündigt...

Die Schulinspektion ist eine Einrichtung des Berliner Senats und stattet allen öffentlichen Schulen in größeren Abständen einen mehrtägigen Besuch ab. „Ihre Aufgabe ist es, die Schulen in ihrer Qualitätsentwicklung zu unterstützen. Dazu untersucht die Schulinspektion die Schule als Gesamtsystem und gibt ihr Rückmeldungen zu ihren Stärken und zu ihrem Entwicklungsbedarf."

Ende November 2011 war es auch an der Peter-Lenné-Schule wieder soweit.

Welches Ergebnis kann man überhaupt erreichen?

Die Schulqualität wird aus der „Gesamtsumme" einer Reihe von Qualitätsmerkmalen ermittelt. Bei uns waren es 16 Merkmale. Für jedes Merkmal wird ein Buchstabe von „A" (trifft sehr häufig zu) bis „D" (trifft selten zu) vergeben.

Wie wurde die Qualität unserer Schule ermittelt?

Die Qualität einer Schule wird aus verschiedenen Komponenten ermittelt. Dabei wird kaum eine Informationsmöglichkeit ausgelassen:

  • Sichtung von Schuldokumenten
  • Online-Befragung von Lehrkräften und Schüler/innen
  • aufsuchende Befragungen von nicht-pädagogischen Mitarbeiter/innen
  • Interviews mit Lehrkräften, Schüler/innen, Ausbilder/innen, Abteilungsleitungen, Schulleitung
  • Präsentation der Schule durch den Schulleiter (Vortrag und Schulrundgang)
  • Unterrichtsbeobachtungen (20-Minuten-Sequenzen)

Wie lief die Inspektion ab?

Eingeleitet wurde die Schulinspektion durch ein Vorgespräch. Es findet üblicherweise mit einem Vorlauf von acht Wochen vor der eigentlichen Inspektion statt, bei uns waren es vier Wochen (Vorgespräch Oktober 2011 – Inspektion November 2011).

Im Vorgespräch informierte das Inspektionsteam über den Zeitpunkt, den Ablauf und über alles, was die Schule dazu vorzubereiten hatte, z. B. Schülerlisten, Raumpläne, Information der Schulgemeinschaft. Außerdem wurden die Interviewpartner festgelegt, die die Schule termingemäß einzuladen hatte.

Für die festgesetzten drei Inspektionstage bekam das Inspektionsteam einen ausreichend großen Raum und die Möglichkeit für einen Internetzugang.

Die Inspektoren setzten sich 63-mal in den Unterricht, interviewten Schüler, Lehrer und Schulleitung in mehreren Einzel- und Gruppengesprächen und erstellten zum Schluss einen zusammenfassenden Bericht, der nun vorliegt.

Wie empfanden wir die Schulinspektion?

Im Prinzip wird eine Schule täglich bewertet: durch Verhalten und Gespräche der Schüler/innen, Eltern, Ausbilder/innen und natürlich auch der Lehrer/innen über Unterricht, Organisation, Leitungsverhalten, ...

Im Gegensatz zu dieser permanenten „heimlichen Schulinspektion" wird eine formale Stichtags-Beschau von allen Beteiligten anders empfunden. Diese Situation ist eben ungewohnt und im Vergleich zu anderen Arbeitsplätzen auch ungewöhnlich. Dabei geht es gar nicht um Details, sondern um das Ganze. Das standardisierte Vorgehen der Schulinspektion bietet den Vorteil , das latente „Bauchgefühl" zu „Schule" in einem für alle transparenten Ergebnis zu konkretisieren, mit dem man sich dann auch auseinandersetzen muss.

Schon beim Zusammentragen all dessen, was in unserer Schule außerhalb von Unterricht passiert, wurde uns selbst erst das große Engagement des Kollegiums bewusst – schon das allein war ein positiver Effekt.

Das Inspektionsteam erlebten wir übrigens nicht als „Scharfrichter der Schulverwaltung", sondern als wichtige Feedback- und Impulsgeber für die weitere schulische Arbeit.

Bei der Präsentation unseres Ergebnisses im Januar 2012 im Rahmen der Schulkonferenz klang der Wunsch des Inspektionsteams etwas traurig: „Wir würden gern in 2 Jahren wieder zu Ihnen kommen, aber das geht ja leider nicht!" Weil wir wohl zu gut waren – nach 2 Jahren werden nur Schulen mit erheblichem Entwicklungsbedarf erneut „visitiert".

Was ist das Besondere am Ergebnis unserer Schule?

Mit dem „Zeugnis" können wir mehr als zufrieden sein, denn im Vergleich zum Ergebnis 2006 hat sich die Qualität der Peter-Lenné-Schule – gemessen an den Qualitätskriterien – enorm verbessert.

2006: 4 x A, 4 x B, 6 x C, 2 x D

2012: 14 x A, 2 x B, 0 x C, 0 x D

Das hat verschiedene Gründe: Unsere Schule gehörte zu den ersten Schulen, die ab 2006 überhaupt einer Inspektion unterzogen wurden. Möglicherweise war man entsprechend vorsichtig bei der Vergabe „guter Noten". Dagegen spricht, dass im ersten Inspektionszyklus (2005-2011) einige Oberstufenzentren auch deutlich bessere Ergebnisse erzielen konnten.

Ganz sicher aber hat das Kollegium der Peter-Lenné-Schule selbst zu dem – um es mal ganz unbescheiden zu formulieren – überragenden Ergebnis beigetragen: große Fortbildungs- und Innovationsbereitschaft, zielorientiertes Arbeiten in den Fachbereichen, harmonisches und konstruktives Zusammenspiel aller Verantwortlichen.

Peter-Lenné-Schule voll im grünen Bereich

Dies zeigt sich sowohl bei der Betrachtung des wichtigen Einzelmerkmals „Unterrichtsqualität" – hier liegt die Peter-Lenné-Schule mit einer Ausnahme deutlich über dem Durchschnittswert – und bei der Feststellung des Gesamtergebnisses: nur Stärken – kein Entwicklungsbedarf.

Als besondere Stärken der Schule werden hervorgehoben

  • kontinuierliche und gemeinsame Arbeit des Kollegiums und der Schulleitung an den festgelegten Entwicklungsschwerpunkten
  • impulsgebende Arbeit des Schulleiters
  • hohe Identifikation des Personals mit der Schule
  • wertschätzender Umgang der Lehrkräfte mit allen Schülerinnen und Schülern
  • Teamarbeit im Kollegium
  • Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben und Kooperationspartnern

Daraus den Schluss zu ziehen, es gäbe nichts mehr zu tun, wäre trügerisch. Denn „nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll." (Willy Brandt)

- Beitrag von Thomas Kayser und Rainer Leimgruber -



Der vollständige Bericht der Schulinspektion ist hier einsehbar:

Bericht zur Inspektion der Peter-Lenne-Schule pdf button 591 kB


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