„Was ist BELARE ?"

BELARE steht für BioEnergie-LAbor für Regenerative Energieformen, das ab 2014 auf dem Gelände der Schule gebaut werden soll.belare

„Und was ist das Besondere an BELARE ?"
BELARE ist eine pädagogische Energiequelle, ein pädagogisches Gesamtkonzept.
BELARE ist ein Gebäude, in dem geistige Energie für Nachhaltigkeit freigesetzt wird.

Mit BELARE soll gezeigt werden, wie dem Klimawandel mit regenerativer Energie entgegen gewirkt werden kann. BELARE macht regenerative Energie mit allen Sinnen erfahrbar - nicht nur durch Versuche und Analysen im Labor, sondern auch durch Bauen einfacher Geräte zur Energiegewinnung in unseren Werkstätten, durch Anbau geeigneter Pflanzen auf unserem Schulgelände und in unseren Gewächshäusern, durch Sammeln von Biomasse in unseren Tiergehegen und auf unseren Freiflächen, durch Verwertung der Reststoffe als Dünger für unseren Schulgarten. Kurz gesagt: Mit BELARE können wir Schüler/innen die Entstehung und Verwendung regenerativer Energien be-greif-bar machen.

"Warum machen Sie die Versuche nicht in Ihrem Chemieraum, wozu brauchen Sie ein externes Labor?",
könnten Sie mich fragen. Die Analyseergebnisse wären sicher die gleichen, würde ich Ihnen antworten. Aber auch:

BELARE fokussiert das zukünftige Problem der Energieversorgung auf eine sehr überschaubare Gebäudehülle (einstöckig, 12 m x 12 m). Die Schüler/innen sind an der Energieernte beteiligt, indem sie Biomasse gewinnen und in den Prozess der Energiegewinnung einspeisen, das Ergebnis analysieren, kontrollieren und - soweit möglich - steuern. Sie erfahren unmittelbar, wie regenerative Energie entsteht und welcher Anstrengungen und Ideen es bedarf, Energie herzustellen, wenn fossile Energieträger einmal nicht mehr verfügbar sind und nukleare Risiken vermieden werden sollen.

BELARE schafft unmittelbare Betroffenheit und regt so zur Beschäftigung mit den Naturwissenschaften und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Zukunft an.

Wir sind heute davon überzeugt, dass nur ein Energieverbund verschiedener regenerativer Energieformen zum Klimaschutz, zur Energiesicherheit und damit zu sozialer Gerechtigkeit beitragen kann. Diesen Verbund aus Biomasse, Sonne, Wind und Erdwärme soll BELARE anschaulich abbilden.

„Was hat der Bau dieses Labors mit dem Klimaschutz zu tun ?“
Mit dem Bau von BELARE tragen wir auf verschiedenen Weise zum Klimaschutz bei.
Die auf dem Gelände der Schule bei der Tierhaltung und Pflanzenproduktion anfallende Biomasse (ca. 200 m3/Jahr) wurde bisher lediglich kompostiert, aber nicht energetisch genutzt. Das verrottende Material stellt für die Schule zunehmend auch ein Platzproblem dar, da diese Mengen nur zu einem geringen Teil auf dem Gelände verbracht werden können.

Auch die bei der Tierhaltung entstehenden organischen Abfälle – vor allem die Gülle – sowie die Speisereste der Mensa blieben bisher energetisch ungenutzt. Die bei der Entsorgung anfallenden Klimakosten können durch die Verbringung dieser Stoffe in die Biogasanlage fast vollständig eingespart werden.

Zusätzlich könnte die für BELARE geplante Biogasanlage das gesamte Biomasse-Potenzial der unmittelbar angrenzenden öffentlichen Einrichtungen (Zinnowwald-Schule, Pestalozzi-Schule, Ernst-Reuter-Stadion, Friedhof, Fischtal-Park sowie Sportplätze von Hertha 03 Zehlendorf und Z88) ausschöpfen und so von erheblichem Nutzen für den gesamten Schulstandort „Hartmannsweilerweg" sein.

„Und mit BELARE wollen Sie dann die Welt retten ... ?"
Ja, ein bisschen, denn ab dem Schuljahr 2015/16 startet an der Peter-Lenné-Schule ein neuer Ausbildungsgang „Umweltschutztechnische/r Assistent/in", der zum Berufsabschluss und zu Fachhochschulreife qualifiziert - BELARE wird sein „Hauptquartier" sein.

Zusätzlich zeichnen sich durch BELARE schon jetzt Synergie-Effekte mit anderen Bildungseinrichtungen ab: Die Staatliche Technikerschule Berlin nutzt unser Vorhaben für Projektarbeiten und möchte diese Kooperation später auch zur praktischen Weiterbildung der Umwelt- und Verfahrenstechniker erweitern. Für das Oberstufenzentrum TIEM rundet BELARE die Ausbildung in seinem Assistenten-Lehrgang „Regenerative Energietechnik und Energiemanagement“ ab und die Max-Taut-Schule will mit angehenden Assistenten die Gebäudetechnik warten.

Berücksichtigt man weiterhin, dass die zu unserer Schule gehörige "Landesstelle für gewerbliche Berufsförderung in Entwicklungsländern" Teilnehmern aus Dritte-Welt-Ländern Kurse zu den Themen "Regenerative Energien" und "Wassermanagement" anbietet, dann hat die Investition in BELARE nicht nur eine lokale Bedeutung.

Im Gegenteil: Mit BELARE kann Berlin weit über die Stadtgrenzen hinaus "punkten". Es muss ja nicht gleich die ganze Welt sein: Das BELARE-Haus als baulich und curricular konzipiertes "Fertigprodukt" könnte für ähnliche Standorte in Deutschland durchaus ein Pilot- und Vorzeigemodell werden. Natürlich sind wir nicht die erste Schule, die sich mit Klimaschutz beschäftigt – Passivhäuser, Windräder, Solarpaneele und –pavillons gibt es zuhauf -, aber wir sind die einzige berufliche Schule, die den Energieverbund mit einem Biomasse-Labor darstellt.

Der Grund, BELARE gedanklich zu entwickeln, war auch das nachlassende Interesse der Schüler/innen an Naturwissenschaften und der damit verbundene weithin beklagte Mangel an entsprechend ausgebildeten Lehrern, Ingenieuren und technisch geschulten Fachkräften.

Wir wollen naturwissenschaftlichen Unterricht wieder interessant machen. Das gelingt umso mehr, wenn er am sichtbaren Nutzen erfahrbar ist und Bedeutung für die eigene Zukunft vermittelt.

Vielleicht ist BELARE zu klein, um ein großer Schritt für die Menschheit zu sein, es ist aber mit Sicherheit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung - Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.


Rainer Leimgruber
Peter-Lenné-Schule
OSZ Natur und Umwelt

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