Eine Dienstreise zum Volk der Bamiléké (Kamerun)

bassossa karteKönnen Sie sich vorstellen, was eine Stromsperre ist? Können Sie sich vorstellen, mit der Wassermenge einer Ananasbüchse zu duschen? Können Sie sich vorstellen, aus einem Loch am Straßenrand Ihr Trinkwasser zu schöpfen?

Drei Lehrer der Peter-Lenné-Schule machten sich auf den Weg nach Bassossa in Kamerun/Westafrika und konnten diese Erfahrungen selbst machen.

Der eigentliche Reisezweck hat eine lange Vorgeschichte. Kurz gefasst ging es darum, in einer dörflichen Krankenstation eine ständige Licht- und Stromversorgung aufzubauen, Möglichkeiten für eine hygienische Wasserversorgung zu erkunden und das Gelände für den Bau eines Berufsschulzentrums – das erste seiner Art in Kamerun – zu vermessen.

Die Lehrer – Klaus Pellmann, Martin Rammensee und Harald Sterzenbach – wurden begleitet vom Filmemacher Michael Schäfer und von dem in Kamerun gebürtigen, inzwischen in Berlin lebenden Architekten Dr. Emmanuel Mouafo. Den spannenden Bericht von Martin Rammensee über die Reise in das West-Kameruner Grasland, zum Volk der Bamiléké, veröffentlichen wir hier in Auszügen.


Dienstreise nach West-Kamerun vom 23. März bis zum 5. April 2010

Tagebuchaufzeichnungen von Martin Rammensee

Dienstag, 23. März 2010
Flug Berlin – Paris – Duala, Ankunft in Duala

Fliegen auf einer geraden, wie mit dem Lineal gezogenen Linie von Paris nach Duala. Über dem Flughafen von Duala musste das Flugzeug nochmals durchstarten und zum zweiten Mal zur Landung ansetzen, da das Funkfeuer des Flughafens nicht mehr funktionierte. Als wir die ans Flugzeug geschobene Treppe hinab stiegen sprang uns die Hitze an und raubte uns fast den Atem – über 90 % Luftfeuchtigkeit und über 30 °C. Mir war das Ganze ja aus Malaysia bekannt.

Mittwoch, 24. März 2010
Fahrt von Duala nach Bassossa

Sitzen jetzt in der Hotellobby des Jet-Hotels und diskutieren, überlegen, Emmanuel telefoniert unentwegt. Spät am Abend soll es noch zum Sultan von Foumban gehen, dazwischen wird in Duala noch ein Gel-Akku für 250 € besorgt, konnten den aus Berlin im Gepäck nicht mitnehmen, da es sich dabei um Gefahrgut handelt. Der Händler wird mit dem Akku ins Hotel kommen.
Gestern Abend gingen wir nach der Landung durch endlose Gänge, der Schweiß tropfte uns in Strömen von der Stirn, zur Passkontrolle, Gelbfieberkontrolle, danach in die Flughafenhalle, einem 60er-Jahre-Bau mit DDR-Flair, unter dessen Decke nur ein paar einzeln noch funktionierende Lampen ein diffuses Licht verbreiteten und in dem ein infernalischer Lärm herrschte, mit Hunderten wild durcheinander hastender Menschen.

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Die Küstenstadt Duala ist die größte Stadt Kameruns.
Das Dorf Bassossa befindet sich 300 km in nordöstlicher
Richtung, nahe der Provinzhauptstadt Bafoussam
.

Kartenquelle: Wikimedia Commons, Domenico-de-ga, GNU-FDL

Soweit ein Auszug aus dem Tagebuch vom Beginn der Reise, nachfolgend finden Sie es in ausführlicher Fassung.

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